Zu Produktinformationen springen
1 von 18

Mind Flowers

Dunstige Sumpfnacht

Dunstige Sumpfnacht

Normaler Preis €648,00 EUR
Normaler Preis Verkaufspreis €648,00 EUR
Sale Ausverkauft
Inkl. Steuern.

Der Sumpf schläft nicht – er atmet. Ein gedämpftes Schimmern des Mondlichts auf stillem, sprudelndem Wasser, wo der Dunst wie eine zweite Haut anhaftet. Eine Ode an den leisen Schmerz der Taubheit, an das langsame Entrollen eines Herzens, das wieder zu fühlen lernt. Seine Konturen wiegen die Spannung zwischen Stagnation und Entstehung, wo die Dunkelheit des Sumpfes den Nebel in uns widerspiegelt – ein Ort, an dem Wachstum nicht laut ist, sondern in leisen Schreien geflüstert wird.

Die Seele liebt das langsame Auftauchen. Sie kennt die Anmut des Verweilens an der Schwelle, wo die Taubheit zur Gebärmutter für neues Licht wird.
— John O'Donohue

Die einsamen Monster der Sehnsucht sehnen sich nicht nach Schrecken, sondern nach einem langsamen und zarten Prozess des Erwachens. Sie treiben durch den Schlick, Wächter des Unsichtbaren, und warten geduldig darauf, dass ihre Lotos und Seerosen aus der Tiefe aufsteigen. Wie diese Kreaturen verwechseln auch wir die Dunkelheit mit Leere und vergessen, dass Klarheit in der stillen Dunkelheit beginnt – wo sich unsichtbare Wurzeln rühren.

Eine Metapher für das Unbeantwortbare

Der Sumpf ist kein Ort – er ist eine Frage. Ein Hauch von Nebel und Schatten, er existiert dort, wo das Licht bricht und fester Boden sich in Mehrdeutigkeit auflöst. Hier, im Dunst, versinken die vertrauten Rahmenbedingungen, an denen wir uns festhalten – Klarheit, Kontrolle, Ziel – im Schlamm. Der Sumpf bietet keine Antworten; er murmelt Rätsel:

Was schlägt Wurzeln im Unsichtbaren? Was gedeiht in der Hingabe?

Seine Wasser, voll von Verfall und Wiedergeburt, spiegeln das Paradox der Existenz selbst wider: eine wimmelnde Dunkelheit, in der Leben und Tod keine Gegensätze, sondern Kollaborateure sind.

Die Gewissheit ertrinkt in einem nebligen Sumpf. Ganz sicher.
Der Nebel des Sumpfes verdunkelt Horizonte, seine verworrenen Wurzeln bringen die Logik zum Erliegen und seine Stille widersetzt sich jeglicher Dringlichkeit. Wer hier steht, muss sich dem Schwindelgefühl des Unbeantwortbaren stellen – der nagenden Frage, ob Bedeutung etwas ist, das wir finden oder etwas, das wir aus dem Schlamm schmieden . Wie der Lotus, der erst nach Jahren des Versinkens an die Oberfläche kommt, tauchen unsere Wahrheiten oft in Paradoxien getränkt auf. Und man könnte erkennen: Die Monster, die hier lauern – die knorrigen Zypressenknie, das kehlige Krächzen unsichtbarer Kreaturen – sind keine Bedrohungen, sondern Spiegel. Sie spiegeln unseren Widerstand gegen das Unbekannte wider, unsere Angst, in Fragen zu versinken, die keinen Boden haben.

Sich hier zu ergeben bedeutet nicht zu verschwinden, sondern sich aufzulösen – die Rüstung des Egos verrosten zu lassen, bis nur noch der rohe, pulsierende Kern der Neugier übrig bleibt. Was, wenn das Ziel, das wir suchen, kein Ziel ist, sondern das Waten? Der Sumpf lehrt uns, dass Erkenntnisse nicht trotz der Dunkelheit erblühen, sondern gerade deswegen. Seine Wasser, schwer von der Last tausender unausgesprochener Geschichten, erinnern uns daran, dass selbst die trostlosesten Tiefen das Potenzial zur Metamorphose bergen.

Diese Skulptur ist meine Einladung, im Schwellenzustand zu verweilen. Den Nebel an deiner Haut haften zu lassen, die Stille deine Gewissheit entfesseln zu lassen. Denn hier, in der Umarmung der Unbeantworteten, werden wir mit der wichtigsten Wahrheit konfrontiert: Das Unbekannte ist kein Abgrund, den man fürchten muss, sondern eine Leinwand. Was wir „Leere“ nennen, ist einfach Raum – roh, fruchtbar und sehnt sich nach dem Mut, sich vorzustellen, was daraus entstehen könnte.

Der Sumpf verspricht kein Licht, aber er erfordert eine tiefere Vision: im Dunkeln zu sehen, im Chaos Rhythmus zu finden und darauf zu vertrauen, dass selbst die verworrensten Fragen mit der Zeit zu Kompassen werden können.

Im Atem des Sumpfes finden wir unseren eigenen – einen Rhythmus, der älter ist als die Angst, älter als die Zeit. Hier aufzuwachen bedeutet nicht, der Dunkelheit zu entkommen, sondern sich von ihr erweichen zu lassen.

Details

  • mit Ton geformt
  • Korpus mit grünen Kristallen glasiert
  • Geweihe und Kopfteile mit Gold veredelt
  • montiert auf einem Specksteinständer
  • lila Mohnblumen und Bänder
  • Höhe ist 35cm
Vollständige Details anzeigen

Anfrage für ein individuelles Skulpturendesign